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1. Alte Herren

Das Hinweisschild am Eingang der Wachauer Sportanlage zeigt deutlich, was hier nicht erlaubt ist. Deshalb wurde heute auch nicht Fußball gespielt sondern gearbeitet.
Wo issn eigentlich der Ball? Die extrem tiefstehende Sonne hinterließ die Protagonisten oft sekundenlang in tiefer Ratlosigkeit.
Ein wirklich faires Match. Gezogen und geschoben wurde nie...Na gut, manchmal. Der Einaugenrené macht sich aber auch breit!
Da hat es das erste Mal gescheppert. Kabinenkasper Schweinz sagt höflich danke und nimmt erste Glückwünsche entgegen.
Viel Raum bot sich den Goppelnern heute auf dem Wachauer Schneefeld. Das wusste man auch zu nutzen. Gerade wurde wieder genetzt.
Eine gewisse Dynamik mit Hang zum Abheben ist dem eher kopfballstarken Ecki nicht abzusprechen. Hier versuchte er sich mit einem Distanzschuss. Leider vergeblich. Ein ängstlicher Wachauer hatte sich einfach in den Weg gestellt.

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TSV Wachau AH – SG Gebergrund Goppeln AH1  1:10 (0:4)  10.12.2017

Kantersieg im Schnee – Schweinz bombt sich zum Winterpausen-Torjäger

Damals im Weißeritzkreis hatten wir Hermsdorf, jetzt haben wir Wachau – Orte mit nur zwei statt vier Jahreszeiten: Winter und strenger Winter. Ungemütliche Temperaturen um den Gefrierpunkt und drei Zentimeter Neuschnee empfing die übriggebliebenen Goppelner auf dem zugigen Wachauer Sportplatz. Gleich am Eingang zur schwarzgranulierten Kunstwiese empfing uns traditionell  das Wachauer Vereinsmotto. „Fußballspielen verboten“, stand da in weißen Lettern auf grünem Blech. Angesichts des Schneebelags war von spielen auch keine Rede, eher von Fußball arbeiten. Die mit rotem Tarnkleid versehene Ledermurmel machte teilweise was sie wollte. Zumeist wollte sie liegenbleiben. Da half nur ordentlich dranhauen. Bitte ohne persönliche Geringschätzung: Die beiden Goppeln-Trainer kratzten im Grunde wieder die Reste ihrer spielfähigen Schützlinge zusammen. Aber auch in Abwesenheit der Glatze, von Boris Leuchtschuh, Robert Krause, Henne, des Taumeledes, von Thomas Mittelfeldachse und Dani-Sahne stellte sich eine sehr vernünftige Truppe auf das rutschige Geläuf. Den Liberoposten übernahm der aus der AH2 geborgte Muffeltilo.

Goppeln hatte Probleme. Zumindest in den ersten sieben Minuten. Da spielte Wachau sorglos nach vorn und beschäftigte zunächst einigermaßen die Abwehr der blauen Gäste. Erst danach ergaben sich so etwas wie Halbchancen für Nico und gleich darauf für Schweinz. Wurde nichts. Aber in Minute neun überwand Schweinz nach schönem Zuspiel vom Capitano und der Kaugummitöppe den im Wachauer Gehäuse hechtenden Torsten. Oder, wie er sauber im Spielberichtsbogen geführt wird, den Sportfreund "k.A." Steht das für keine Ahnung?  Aber der "k.A." war am Ende, neben dem Neuner Franke, eigentlich Wachaus bester Mann. Zwei Minuten danach ein Fernschuss von Ecki, der heute oft im Mittelfeld agierte. Im Anschluss durfte auch Schweinz nochmal aussichtsreich in Szene laufen, der Schiri monierte nach Wachauer Protest aber Abseits. In Minute 16 wieder ein Schuss von Schweinz, den der Hüter entschärfte. Gleich danach zwei Ecken für Goppeln. Die erste wurde von der Wachauer Verteidigung übers eigene Tor geköpft. Die zweite Ecke brachte mehr. Schöner Kopfball von Kabinenkasper Schweinz. Der war heute abgefahren aufgedreht. Wachau nun komplett defensiv. Die kamen kaum aus der eigenen Hälfte, geschweige denn in die Nähe des Goppelner Strafraums. Irgendjemand sollte mal Marco im Goppelntor wecken gehen! Chancen für die Gäste ergaben sich ohne Übertreibung im Drei-Minuten-Takt. 21. Minute: Nico mit Schuss von links – gehalten. 24. Minute: Schweinz allein auf k.A. zu – wieder gehalten. Nach 30 Zeigerumrundungen war es aber Zeit für den nächsten Treffer. Der Capitano schoss von links aus spitzem Winkel und Schweinz vollendete zum 3:0 für die Gäste. Und gleich vier Minuten später sprintete der Kaugummilatsch nach einem langen Ball. Der gegnerische Hüter kam raus, war eher am Leder, donnert es aber gegen den Kaugummilatsch und von dort springt der Ball Richtung Wachauer Torlinie. Brauchte bloß noch drübergeschoben werden. Gastgeschenk, möchte man meinen. Aber auch nur, weil der Torschütze vorher Druck gemacht hat. Danach gab es weitere Möglichkeiten, die den Wachauer "Hüter-Torsten-k.A." ein ums andere Mal durch seinen Strafraum fliegen ließen und selbigem eine nasse Hose bescherten. Einen“ Tausendprozenter“ ließ Schweinz lässig noch unmittelbar vor der Pause liegen. Mit einem beruhigendem 4:0 ging es in die Katakomben zum Blasen- und Nierentee.

Coach Knoppi machte die Halbzeitansprache. Weiter so souverän und clever spielen. In der Abwehr aufpassen und nicht alle offensiv werden. Das war es eigentlich schon. Ach so, ein hyperseriöses „Rumkaspern könnt ihr später!“ folgte noch. Damit war Ruhe im Schiff. Außenverteidiger Aui-Eisenfuß hielt es für eine ausgemacht gute Idee, wenn die Angreifers bei der extrem tiefstehenden Sonne vielleicht einfach mal von Ferne draufhalten würden. Schließlich seien die Seiten ja gewechselt und wir hätten den Strahlstern nun im Rücken. Muss man den Offensivleuten eigentlich alles sagen? Hätten sie auch selbst drauf kommen können! Die zweite Hälfte begann so einseitig, wie die erste aufhörte. Wachau konnte kaum den Ball behaupten, deckte den luftleeren Raum und brachten ihren "k.A." mit gefährlichen Rückpässen oder Durchläufern ständig in Verlegenheit. Gleich nach Wiederanpfiff köpfte Zschiedi einen knapp übers gegnerische Tor. Schade. In der 48. Minute nimmt die Wachauer „2“ Hoffmann das Leder im eigenen Sechzehner gleich mal mit der Hand aus dem Goppelner Angriffsspiel. Ups. Kein Pfiff. Stattdessen musste die "2" mit dicker Wade verletzt raus. Die Gastgeber nun in Unterzahl, weil bei denen noch keiner warm war. Gemeint sind hier fertig geschürzte und intimschmuckfreie Ersatzspieler. Diesen Umstand wussten die ohnehin schon überlegenen Goppelner zu nutzen. In der 49. Minute machte Schweinz den Drehrumbum und netzte mit vorheriger 180-Grad-Wendung im Fallen zum 5:0 für Goppeln ein. Ein echtes H(Schw)eine-Tor. Der Kerl macht wirklich nur die schweren! Dem kann man den Ball auf die Linie des  leeren Tors legen, das Ding versemmelt der grandios. Aber mit dem Rücken zum Tor und von einer Million Gegnern umringt, den bombt der quer in der Luft liegend rein. So, genug gelobdudelt – oder wie das heißt! Jetzt ist nämlich mal wieder die Kaugummitöppe dran. Die hat heute auch drei sensationelle Buden gemacht. Seine zweite in der 51. Minute, nach schönem Zuspiel von Ecki. Aus zentraler Position schießt der doch dem "k.A." durch die Beine ins Netz. Das war frech. Sooo, wo sind wir jetzt eigentlich? Aha, das 6:0 für die Blauen. Minute 53: Chance für den Capitano, der aber mit dem Abschluss zu zögerlich ist und die Murmel vertändelt. Minute 55: Ecke für Goppeln, Kopfball Ecki, Tor. Denkste! Der Unparteiische war noch in der Schreibstube, weil die Gäste von der Wittgensdorfer gleich drei Kicker auf einmal substituierten. Der eingewechselte Gehli hatte hier den Pfiff nicht abgewartet. Schade. Wäre das 7:0 gewesen. Das ließ aber nicht lange auf sich warten. In der 58. Minute verwertete Schweinz einen quer durch den Wachauer Strafraum durchgesteckten Ball abgezockt zum 7:0. Zwei Minuten danach gab es Ecke für Goppeln, ein Wachauer Defender verlängert per Kopf und lang steht? Na wer schon? Schweinz! Und erzielt beim 8:0 sein Tor Nummer sechs in diesem Spiel. Weitere zwei Minuten später klingelt es schon wieder. Trotz Trainerwarnung waren alle Goppelner irgendwie zu sehr mit dem Zählen der eigenen Tore  beschäftigt. Und so ließen sie in der 62. Minute Marcos Jungfräulichkeit im von ihm behüteten Tor letztlich im Schneegestöber verwehen. Wachaus Franke hatte mit einer Flanke von halbrechts aufgelegt und Burkhardt vollendete am langen Pfosten zum Ehrentreffer für die Gastgeber. Da sahen wir nicht gut aus. Aber Goppeln weiter nach vorn aktiv. In der 76. Minute durfte sich wieder die Kaugummitöppe auszeichnen. Nach Zuspiel vom Capitano verwertete Ralph perfekt zum 9:1 für Goppeln. Für die nicht aufgebenden Wachauer wurde es jetzt bitter. Schon neun Buden bekommen und immer noch eine Viertelstunde auf der Uhr. Die Gäste nahmen sich aber bisschen zurück. Es klappte auch nicht mehr so viel. Vermutlich, weil die Wachauer nicht Treffer Nummer zehn bekommen wollten und sich nochmal aufbäumten. Kurios wurde es drei Minuten vor Schluss, als der Schieri einen Goppelner Angriff kurz nach der Mittellinie wegen angeblicher Abseitsstellung zurückpfiff. Er hatte den schläfrigen Wachauer Verteidiger, der an der eigenen Sechzehn-Meter-Linie festgetackert war, übersehen. Grinsen in beiden Teams, kurzes Pardon vom Referee und weiter ging es mit Schiri-Ball. Schade, weil wir eigentlich mit drei Mann durch waren. Was, wenn das 1:1 gestanden hätte? Gar nicht dran denken! Den Zehnten bekamen sie dann aber doch in der Vorschlussminute. Die Kaugummitöppe hatte von rechts geflankt, Nico kommt nicht vor "k.A." ans Leder, aber der Ball rollt weiter. Zum Schweinz. Der donnert aus spitzem Winkel von links aufs Tor. Und dort spielt der Wachauer Wilhelm mit der roten Kugel Billard. Nach einigen unkontrollierten Karambolagen war das Ding eingelocht. Zum 10:1 für Goppeln. Dann war endlich Schluss und der Beute-Chemnitzer Einaugenrenè kam zu seinem Heimattrunk. Der Rest auch. Prost und schöne Weihnachten!        

Fazit: Goppeln heute in allen Belangen besser als die Gastgeber aus Wachau, die offensichtlich auch etliche Reservekicker in die karminroten Trikots stopfen mussten. Ausschlaggebend war aber nicht die individuelle Zweikampfstärke. Da war Wachau ebenbürtig. Eher war es die Tatsache, dass die Gäste den Ball trotz des weißen Katastrophenpulvers etwas besser laufen ließen. Und die Goppelner waren bei den entscheidenden Bällen - was Reaktion und Laufgeschwindigkeit angeht - einfach schneller. Dazu standen die Roten häufig nur im Raum statt am Mann. Das brachte Goppeln viele Freiheiten im Angriffsspiel. Angesichts der Chancen hätten es durchaus noch mehr Tore sein können. Vor allem der Wachau-Hüter verhinderte mit seinen Paraden einen noch höheren Kantersieg. Aber wir zollen den Wachauern großen Respekt. Trotz der hohen Niederlage wurden sie nie unfair und bemühten sich spielerisch um Ergebniskosmetik. Klasse! Schweinz sicherte sich mit den sechs Treffern und einem lupenreinen Hattrick in der 1.Stadtklasse die Torjägerkrone der Winterpause. Übrigens haben wir heute 9 - in Worten "neun" - Stürmertore geschossen. Wann gab es das schon Mal? Die Goppelner können mit fünf Siegen in Folge den schlechten Saisonstart vergessen machen. Aber: Gleich in den ersten Spielen im neuen Jahr treffen wir wieder auf die Teams an der Tabellenspitze, die uns allesamt Niederlagen bescherten. Da sollten wir gut durchtrainiert, auskuriert und in Sollstärke aus der Winterpause kommen. Hallo Trainers? Hört ihr mich?                                             

Aufstellung: Scheffel - Neumann, Auerswald (55. Frese), Piechniczek, Eckardt - Oertel, Zschiedrich (55. Schötz), Sandig, M. (55. Gehl), Sandig N.  -  Heine, Kunze

Tore: 0:1 Heine (9.), 0:2 Heine (18.), 0:3 Heine (30.), 0:4 Kunze (34.), 0:5 Heine (49.), 0:6 Kunze (51.), 0:7 Heine (58.), 0:8 Heine (60.) 1:8 Burkhardt (62.), 1:9 Kunze (76.), 1:10 (89. - ET) Wilhelm

Bericht: Falk Lösch